Rathaus Hellenthal

Stop Tihange!

Ende April, kurz nach dem Parteitag in Neuss, sprachen wir bei dem Hellenthaler Bürgermeister vor und baten dort um Mithilfe.  Um unseren Widerstand gegen das marode Atomkraftwerk in Tihange deutlich zu machen, wollen wir überall im Kreis Euskirchen unsere gelben Plakate verteilen.

Die Gemeinde Hellenthal, die nur 83 km Luftlinie von dem PannenAKW entfernt liegt, ist sich der Gefahr durchaus bewusst und unterzeichnete bereits 2011 erstmals den »Eifeler Appell gegen Atomkraft« an die belgische Regierung.

Stop Tihange vor dem Rathaus in Hellenthal

Stop Tihange vor dem Rathaus in Hellenthal

Nach der Veröffentlichung des Artikels im Wochenspiegel erreichten uns bereits einige Anfragen zu den Plakaten und Aufklebern, die in unserer Kreisgeschäftsstelle in Euskirchen erhältlich sind.

Wir wollen ein Zeichen setzen, für das Thema sensibilisieren und deutlich machen, dass es für dieses Kernkraftwerk nur eine Lösung geben kann: Abschalten!

Nur wenige Tage danach nahmen auch KSTA und Kölnische Rundschau das Thema auf. Unter dem Titel Angst vor Unfall in Tihange wird hier die Aufstockung von derzeit 120.000 Jodtabletten auf künftig 200.000 Stück angesprochen.

Dennoch bleiben viele Fragen offen.

Welches Konzept wurde bisher erarbeitet im Falle einer solchen Katastrophe? Ein solches müsste die Verteilung beeinhalten, aber auch die Information darüber wer wann wie viele Tabletten einnehmen kann?

Bei einer Aufstockung auf eine Stückzahl von 200.000 Tabletten, würde eine Grenze zwischen Mechernich und Kommern gezogen, weil hier auch der 100 km Radius endet. Aber abgesehen davon, dass die Gefahr im 2 km entfernten Kommern nicht geringer ist als in Mechernich, welches noch im Radius liegt: Wie erklärt man im Katastrophenfall ein solches Szenario, dass die einen Tabletten bekommen und die anderen nicht? Ebenso schwierig ist die Regelung, dass Menschen über 45 keine Tabletten mehr erhalten werden. Da wäre eine gewisse Hysterie fast vorprogrammiert.

Und dann stelle man sich einmal so einen Fall bildlich vor. Die Menschen bleiben brav daheim vor TV und Radio und gehen dann ruhig und gesittet zu den Ausgabestellen um dort geduldig in der Schlange zu stehe und ihre Tablette abzuholen? Und wie genau vereinbart man dies mit der Empfehlung „Verbleiben im Haus“ um sich vor der radioaktiven Wolke zu schützen?

Apropos Chaos, das Verkehrschaos welches entstehen würde, wenn die Menschen schnellstmöglich versuchen würden aus dem Gebiet zu flüchten, kann man sich vorstellen. Die Katastrophenschutzeinsatzkräfte würden wohl bereits im Verkehrschaos stecken bleiben und letztendlich wäre auch unsicher, ob diese Helfer im Bedarfsfall in ausreichender Zahl zur Verfügung stünden, da auch sie sich vorrangig um die eigene Familie kümmern würden, anstatt Hilfe bei der Verteilung von Tabletten zu leisten.

Und was genau nutzen die JodTabletten überhaupt? Die amtliche Empfehlung lautet, dass die Jodgabe „rechtzeitig“ erfolgen soll. Nach Tschernobyl wissen wir was „rechtzeitig“ im Falle einer Katastrophe bedeuten könnte, denn 1986 dauerte es 2 Tage bis erste Informationen in Deutschland ankamen. Nun könnte man sagen, Belgien liegt deutlich näher als Tschernobyl und man baut darauf, dass hier der Informationsfluss schneller wäre. Dennoch ist die Schutzwirkung von Jod bereits zwei Stunden nach Exposition halbiert und nach mehr als acht Stunden erfolgt praktisch keine Schutzwirkung mehr.

Also zurück zur Evakuierung. Wie lauten denn hier die Pläne?
Gibt es welche? Wie denn – mit Bussen?
Wie wird denn eine in Panik geratene Menge über die Straßen geleitet? Dass es Pläne geben mag, die den direkten Radius um AKWs betrachten – mag sein, für den Kreis Euskirchen gibt es dafür wohl bisher noch nichts.

Ein gutes Video des WDR

Die Analyse der bisherigen Atomunfälle zeigt, dass nur ein schnelles Abschalten die einzige richtige Lösung ist.

Stopp Tihange DEMO

Stopp Tihange DEMO

Und dafür rufen am 22. Mai 2016 niederländische, belgische und deutsche Anti-Atom-Aktivisten zur Demonstration geben die Atomkraftwerke Tihange und Doel auf.

Start ist um 14.00 Uhr in Maastricht (Plein 1992). Wie auch bei den letzten Kundgebungen hat der Kreisverband Euskirchen zusammen mit den Kreisverbänden Aachen, Bonn, Köln, Rhein-Erft-Kreis und Düren wieder Busse zur Mitfahrt geordert. Die Fahrt ist kostenlos.

Im Kreis Euskirchen gibt es folgende Abfahrtorte:

10.30 Uhr – Euskirchen Bahnhof
11.15 Uhr – Schleiden-Gemünd

Anmeldungen bis 20.Mai 2016 HIER

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